„Wer sich selbst nicht beherrschen kann wird niemals einen Hund recht führen können!“ Rittmeister Max von Stephanitz

 

 VPG (Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde) besteht aus: Fährtenarbeit – Gehorsam – Schutzdienst

 

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Ein nahezu artgerechtes Leben bieten wir ihm wenn wir Menschen seine Bedürfnisse akzeptieren. Das heißt, dass der Mensch sich die Zeit nimmt den Ansprüchen des Hundes gerecht zu werden. Der Wolf ist der Urvater aller Hunde. Wölfe und Wildhunde haben soziale Strukturen. In den Rudeln gibt es eine Hierarchie. Jedes Tier bringt sich je nach Veranlagung und Können in diese Gemeinschaft ein.

Für unsere domestizierten Haushunde gelten diese Regeln noch immer. Sie kommen zu uns in die Familie und ihnen ist nichts wichtiger als in ihrem neuen „Rudel“ ihren Platz zu finden.

   Früh übt sich .....

Fährtenarbeit: In der Wildnis ist das Ziel des Rudels das nackte Überleben. Die Nase ist hier das wichtigste Organ. Mit ihrem Geruchssinn spüren sie die Beute auf.

Unser Hund hat seinen Futternapf. Den natürlichen Trieb zu suchen hat er trotzdem. Viele Hunde suchen Mäuse und graben im Garten große Trichter. Sie beschäftigen sich selbstständig. Andere haben die Möglichkeit Streifzüge durch den Ort, über die Wiesen und durch den Wald zu streifen. Oft werden solche Tiere zu „Wilderern“.  

Bei der Fährtenarbeit nutzen wir diesen natürlichen Drang aus in dem wir dem Tier Spuren legen. Sein Herrchen, oder Frauchen geht ein Stück über die Wiese und legt in die eigenen Trittspuren kleine Futterstücke. Am Ende steht dann die gefüllte Futterschüssel, oder ein besonderer Leckerbissen. Es ist eine natürliche Aufgabe für den Vierbeiner nach seinem Futter zu suchen. Während der Ausbildung wird darauf geachtet dass der Hund die Spur auf das Hörzeichen „Such“ die Fährte nicht verlässt. Er wird lernen nach Gegenständen zu suchen. Manche besonders begabten Tiere werden zu Rettungshunden ausgebildet. Der Trieb ist immer derselbe. Wie schon vor Urzeiten wird eine Veranlagung für einen menschlichen Zweck ausgenutzt ohne dem Tier zu schaden. Im Gegenteil es macht ihm Freude und schenkt ihm ein Stück weit artgerechtes Leben.

 

Gehorsam: In jedem Rudel gibt es eine Hierarchie. Ebenso sind gewisse Ordnungen innerhalb der Gruppe notwendig um die sozialen Bindungen zu erhalten. Der Zusammenhalt des Rudels ist überlebenswichtig.

In unseren Familien sind genauso Strukturen notwendig um den Alltag zu bewältigen. Wir kennen unsere Regeln. Der Hund muss sich in diese menschliche Welt erst hineinfinden. Es ist das Ziel jeden Hundes in seinem Menschenrudel einen gefestigten Platz zu haben. Der Mensch ist hierbei ein sehr wichtiger Begleiter. Die Freundschaft zwischen Mensch und Hund wird durch gegenseitiges Vertrauen, Konsequenz und Sicherheit zu einer starken, emotionalen Verbindung. Hierbei ist darauf zu achten dass der Hund seine Menschen als Vorarbeiter anerkennt. Man kann dieses Ziel erreichen indem man schon im Welpenalter mit Gehorsamsübungen beginnt. In einer guten Welpenschule wird man auf mehrere Möglichkeiten hingewiesen. Es ist abhängig vom Wesen des Hundes wie man vorgehen kann. Ohne Zwang und Quälerei!

Als der Hund domestiziert wurde war er kein Spielzeug für Kinder. Das sollte er auch in unserer heutigen Gesellschaft nicht sein. Es war wohl eine Symbiose zwischen zwei verschiedenen Spezies der Urzeit. Sie haben sich gegenseitig das Leben erleichtert. Aber niemals hat die Sippe der Menschen dem Hund die Chef Stelle überlassen. Fred und Wilma Feuerstein waren Herr des Futters. Oberhaupt der Hierarchie. Dahinter kam der Nachwuchs samt den anderen Sippenmitgliedern. Am Ende erst der Hund. Dennoch hat man sich gegenseitig Respekt und Achtung entgegengebracht. Das darf auch heute niemals fehlen.

Das Rudel hat den natürlichen Zweck das Überleben der Nachkommen und die Sicherheit der Gemeinschaft zu gewährleisten. In einem Wolfsrudel, bzw. Wildhunderudel werden Eindringlinge verjagt. Bevor es zu Kampfhandlungen kommt wird zuerst durch Drohbeißen, bellen und dominanter Körperhaltung versucht den Gegner in die Flucht zu schlagen. Nur wenn eine wirkliche Bedrohung besteht wird es tatsächlich zu einem Kampf auf Leben und Tod kommen. Leichtfertig werden in der Natur keine Verletzungen riskiert. Verletzung in freier Wildbahn bedeutet Schwäche. Schwäche verzeiht die Natur nicht.

         

Schutzdienst:

Das Ziel der Übungen ist nicht den Hund böse zu machen, sondern seinen Hund kontrollieren zu können auch wenn er eigentlich von seinem Trieb, die Beute zu fangen, beherrscht wird.

Wer seinen Hund konsequent erzieht, ihn mit Respekt behandelt und ihm die Sicherheit eines stabilen Rudels bietet wird sehr viel Freude an dieser Ausbildung haben. Ein mit Verstand ausgebildeter Hund wird niemals zu einer Gefahr. Er ist eine Bereicherung für unsere Gesellschaft. Diese Ausbildung dient nicht dem „scharf“ machen – wie oft behauptet. Sondern einzig und allein dazu damit der Hund seine natürlichen Veranlagungen ausleben kann.

               

„Eine gute Erziehung will nicht scheue, gebrochene und willenlose Sklaven schaffen, sondern mit Lust und Freude arbeitende Hunde.“ (aus Der Schäferhund in Wort und Bild)